Was ist Loudness?


RTWs Loudness-Analyse

Eine sichere und standardisierte Methode zur Bewertung der Programm-Loudness ist seit 2012 unverzichtbarer Haupt-Bestandteil von Produktion und Sendung in Hörfunk und TV. Sie wurde erforderlich, um abrupte Loudness-Sprünge zwischen unterschiedlichen Programmformaten und beim Sender- oder Formatwechsel zu verhindern.

Die Broadcastwelt und die Medienindustrie haben die Gelegenheit ergriffen, eine durchgängige Loudness-Analyse in allen Schritten der Produktions- und Distributionskette einzuführen. Die aktuellen Empfehlungen von z. B. ITU (BS.1770 und BS.1771), ATSC (A/85), ARIB oder EBU (R128) liefern verbindliche Standards für vergleichbare Loudness-Messungen und ermöglichen damit den globalen Austausch von Programmen auf Basis einheitlicher Bewertungskriterien.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Empfehlungen ist die Überlegung, dass die Zeitkonstante einer Loudness-Messung der jeweiligen Anwendung angepasst werden muss. Zu den Anforderungen einer Loudness-Überwachung zählen unter anderem die Analyse auf der Frequenzebene, die Messung von Einzelkanälen mit kurzer Integrationszeit (Produktion), die Messung summierter Signale mit mittlerer Integrationszeit (Produktion und Sendung) sowie Programm-Loudness-Messungen (Sendung und Protokollierung).

Um dies zu berücksichtigen, hat z. B. die EBU für Europa in ihrer R128 auf Basis der ITU-R BS.1770/1771 die drei Integrationszeiten „Momentary“ (M), „Shortterm“ (S) und „Integrated“ (I) eingeführt. Diese und andere Parameter sind Bestandteil des „EBU Mode“ zur Sicherstellung vergleichbarer Loudness-Messungen. Aber auch in anderen Kontinenten wurden diese Loudness-Werte aufgegriffen und in Standards mit ähnlichen Vorgaben integriert.

So wird man beispielsweise für die Live-Übertragung eines Sport-Events in Surround eine „Shortterm“-Analyse der Loudness in Echtzeit benötigen, um schnell reagieren zu können. Für das Logging des Loudness-Verlaufs der Programme im Funkhaus sind dagegen „Integrated“-Messungen mit langen Integrationszeiten erforderlich.

Die RTW-Produkte stellen dafür effiziente Loudness-Messwerkzeuge gemäß EBU-, ITU-, ATSC-, ARIB-, AGCOM-, OP-59 und CALM-Act-Empfehlungen zur Verfügung, die die Workflows in Broadcast, Produktion und Redaktion ebenso abdecken wie in der Distribution, der Qualitätskontrolle und für das Logging. Auch Loudness-Messungen für Kino-Produktionen ist gemäß den Leq()-, TASA- und SAWA-Standards möglich. Zudem bieten fast alle Produkte einen speziellen „Custom“-Modus für Anwender, die die Parameter ihrer Loudness-Messungen individuell konfigurieren müssen, z. B. für nicht-standardisierte Anwendungen.

Neben numerischen und grafischen Loudness-Anzeigen für Stereo-, Multikanal- und Surround-Signale bieten die verschiedenen Instrumente auch True Peak- und TP-Max-Messungen sowie die von RTW entwickelte „MagicLRA“-Anzeige, auf der die Loudness Range (LRA) intuitiv abgelesen werden kann.

   

   

Veröffentlichungen zu Loudness

   

Ein Interview über Loudness-Normalisierung mit zwei Fachleuten aus der
EBU-PLOUD-Gruppe ist erschienen im Studio Magazin, Ausgabe 362,
Dezember 2010:
   

"Revolution 128

Interview zur Loudness-Normalisierung - einer Audiorevolution

Die aktuellen Vorträge auf der Tonmeistertagung waren natürlich eine wunderbare Gelegenheit, sich mit zwei besonders in die PLOUD-Gruppe der EBU eingebundenen Fachleuten zu treffen. Namentlich sind dies Florian Camerer, Tonmeister beim ORF und Chairman der PLOUD-Gruppe, der als einer der Väter der EBU Richtlinie 128 bezeichnet werden kann, sowie Mike Kahsnitz, technischer Leiter bei der Firma RTW, in der schon seit vielen Jahren an der Loudnessmessung geforscht wird und bereits Anfang der 1990er Jahre die ersten Vorschläge für eine konkrete Umsetzung der Loudnessmessung gemacht wurden.   . . ."


Lesen Sie das Interview des Studio Magazins 12/10 >

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Der folgende Artikel ist erschienen im Studio Magazin, Ausgabe 06/09:
   

"Wachablösung


Lautheitsmessung in Broadcast und Produktion

Noch nie in der Geschichte von Rundfunk und Fernsehen waren die technischen Voraussetzungen für eine hohe Audio-Signalqualität so gut wie heute. Der verfügbare Dynamikbereich auf der Produktions- und Senderseite – und mit Einführung von DAB plus auch auf der Empfangsseite – genügt längst auch gehobenen Ansprüchen, wird aber leider bisher nur in Ausnahmefällen sinnvoll genutzt. Stattdessen bestimmen Werbung, Sender-Promos und Popmusik mit gegen Null strebender Programmdynamik als Ergebnis eines absurden Lautheits-Wettbewerbs sowie extreme Lautheits-Sprünge zwischen unterschiedlichen Programmformaten und Sendern das Bild der Rundfunk- und Fern-sehlandschaft, wie es der nicht ohne Grund zunehmend verärgerte Konsument heute wahrnimmt. Gleichzeitig haben sich die Gewohnheiten und Werkzeuge für die Messung von Audiosignalen in den Sendern noch nicht durchgängig der aktuellen Situation angepasst – . . ."


Lesen Sie den Artikel des Studio Magazins 06/09 >

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Ein weiterer interessanter Artikel ist in der britischen Fachzeitschrift
tv-bay, Ausgabe 039, März 2010, erschienen (in Englisch - die Zeitschrift wurde zwischenzeitlich in kitplus umbenannt):
   

"Breaking Down Loudness Control


Q & A with Mike Kahsnitz, technical director of RTW"


Lesen Sie den vollständigen tv-bay-Artikel >

zur Homepage des tv-bay-Magazins (Tv-bay Limited, Newbury, U. K.) >